Sprachreisen als Option vor oder im Anschluss an ein Masterstudium

Sprachreisen erfreuen sich bei vielen Studenten einer großen Beliebtheit. Wer heute auf dem globalisierten Arbeitsmarkt bestehen möchte, muss neben exzellenten Fremdsprachenkenntnissen oftmals auch Auslandsaufenthalte nachweisen können. Damit eine Sprachreise aber auch wirklich ein langfristiger Erfolg werden kann, muss diese im Vorfeld sorgfältig geplant werden.

Zahlreiche Aspekte gilt es zu bedenken:

- Was sind zentrale Chancen, aber auch Risiken einer solchen Sprachreise?

- Wo soll es hingehen und wie soll der Aufenthalt vor Ort gestaltet werden, damit die Zeit im Ausland möglichst gewinnbringend genutzt werden kann?

- Nur wenn man sich vorher ausgiebig mit dem Thema Sprachreise beschäftigt und alle Aspekte abgewogen hat, kann ein solches Unternehmen in der Studienzeit ein voller Erfolg werden.

Aspekte für einen Auslandsaufenthalt:

Generell spricht für einen Auslandsaufenthalt während die Studienzeit die Tatsache, dass potentielle Arbeitgeber für Hochschulabsolventen heutzutage in der Regel international ausgerichtet sind. In praktisch keinem Berufsfeld kommt man mehr am globalisierten Markt vorbei. Exzellente Fremdsprachenkenntnisse sind gerade bei Führungspositionen ein unbedingtes Muss. Doch nicht nur die Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich sehr gut in einer Fremdsprache ausdrücken zu können, ist gefragt. 

Interkulturelle Kompetenz als wichtiger Faktor:

Immer wichtiger wird auch die so genannte interkulturelle Kompetenz. Darunter versteht man die Fähigkeit eines Menschen, mit landestypischen Besonderheiten auf geschäftlichem Parkett sicher und stilvoll umgehen zu können, kulturelle und geschäftliche Eigenheiten eines Landes zu kennen und diese sicher in das eigene Agieren einzubinden. Interkulturelle Kompetenz kann man als Student tatsächlich am besten während eines Auslandsaufenthaltes erlernen.

Sprachkurse an der Universität im Heimatland binden zwar auch oft landeskundliche Aspekte ein. Die notwendigen praktischen Erfahrungen ergeben sich aber nur im Ausland in authentischer Art und Weise. Nur wer den Alltag in einem anderen Land kennengelernt und vor Ort gelebt hat, kann wirklich mitreden. Insofern stellt eine Sprachreise eine sehr gute Möglichkeit dar, Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben, um spätere berufliche Chancen zu optimieren.

Studienzeit als ideale Zeit für eine Sprachreise:

Die Studienzeit eignet sich insofern gut für eine Sprachreise, als man im Regelfall in dieser Lebensphase noch keine eigene Familie hat. Die überwiegende Mehrheit der Studenten ist noch nicht verheiratet und hat auch noch keine Kinder. Theoretisch gesehen kann man auch nach dem Studium noch zu einer Sprachreise aufbrechen. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Lebensumstände sich nach dem Studium oft rasch ändern. Viele Hochschulabsolventen möchten nun heiraten, eine Familie gründen oder steigen in ein Arbeitsverhältnis ein, was es ihnen unmöglich macht, dann nochmal einige Monate ins Ausland zu gehen. Private und berufliche Verpflichtungen lassen es nur in seltenen Fällen zu, dass man für einige Wochen oder auch Monate im Ausland unterwegs ist. Oftmals wird der Plan, eine Sprachreise zu machen, dann erst immer wieder verschoben, mehrmals aufgeschoben und irgendwann ganz fallengelassen. Spätestens dann ist die Enttäuschung oft groß, dass man nicht die Zeit des Studiums für eine Sprachreise genutzt hat.

Mögliche Nachteile und Risiken einer Sprachreise:

Auch wenn die beruflichen Chancen und die persönlichen Bereicherungen, die eine Sprachreise mit sich bringt, sehr positiv zu bewerten sind, kann eine Sprachreise auch Risiken und nachteilige Aspekte mit sich bringen. Diese muss man sich vorher bewusst machen und abwägen.

Zum einen sind Sprachreisen meistens eher teuer, gerade dann, wenn man mit privatwirtschaftlichen Organisationen reist. Einige Wochen oder gar Monate im Ausland können je nach Land und dortigen Kosten durchaus mit Zehntausend Euro oder im Einzelfall auch mehr zu Buche schlagen. Nicht jeder Student hat dieses Geld. Wer für die Finanzierung einen Kredit aufnehmen oder sich anderweitig verschulden muss, sollte besonders gründlich bedenken, welche Vorteile er sich von einer Sprachreise verspricht. Diese müssen bedeutsam sein, damit der finanzielle Aufwand gerechtfertigt ist. Wer unbedingt eine Sprachreise machen will und die finanziellen Mittel auf den ersten Blick nicht aufbringen kann, muss sich erfinderisch und flexibel zeigen. Oft können studentische Gremien oder Sponsoren, die dem Studienfach verbunden sind, Zuschüsse gewähren. Auch Stipendien sind manchmal möglich. Viele Universitäten bieten auch in Zusammenarbeit mit anderen Universitäten Sprachkurse in verschiedenen Ländern an. Wohnen kann man dann oft in dortigen Studentenwohnheimen. Oft sind solche Sprachreisen, die über die Universitäten organisiert werden, deutlich günstiger als privatwirtschaftliche Organisationen.

Dauer einer Sprachreise bedenken

Bedacht werden sollte zudem, dass je nach Dauer und Zeitpunkt des Auslandsaufenthaltes das eigene Studium möglicherweise verlängert wird. Auch dies kann mit Kosten verbunden sein. Eine Sprachreise sollte deswegen zum einen möglichst in den Semesterferien liegen, zum anderen aber auch langfristig zeitlich geplant werden. Gegen Ende ihres Studiums haben viele Studenten schon Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern, die dann ihrerseits hoffen, dass der mögliche Mitarbeiter bald seinen Hochschulabschluss erreicht hat. Wer dann nochmal für längere Zeit ins Ausland geht, verliert möglicherweise wichtige Kontakte.

Selbstdisziplin ist wichtig

Auch die Frage nach der Selbstdisziplin spielt beim Thema Chancen und Risiken einer Sprachreise eine Rolle. Eine Sprachreise im Ausland sollte in erster Linie der Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse dienen. Zudem sollen durch den Alltag wichtige interkulturelle Kompetenzen gefördert werden. Um dies zu realisieren, muss man zum einen bereit sein, sich intensiv mit der Zielsprache zu befassen. Eine Sprachreise impliziert meist jeden Tag Unterricht an der Sprachschule, hierzu können auch häusliche Aufgaben und Vorbereitungen gehören. Auch sollte man gewillt sein, sich bewusst auf den Alltag mit Einheimischen einzulassen. Eine Sprachreise, die berufliches und privates Weiterkommen fördern soll, kann nicht vor Ort zum "Party-Urlaub" umfunktioniert werden. Die Prioritäten sollten vor der Sprachreise klar gesetzt und dann auch entsprechend umgesetzt werden. Erfahrungsgemäß gelingt ein authentischer Alltag vor Ort im Zielland besser, wenn man alleine reist und sich entsprechend integrieren muss, um Kontakte zu finden. Wer mit einer Gruppe Freunden aus der Heimat zu einer Sprachreise antritt, riskiert, dort in erster Linie mehr Zeit mit diesen und weniger mit Einheimischen zu verbringen.

Beliebte Ziele für Sprachreisen:

Englisch ist nach wie vor Weltsprache. Entsprechend beliebt sind für Sprachreisen Länder, in denen das Englische von Muttersprachlern gesprochen wird. Gerade die USA sind bei vielen Studenten für eine Sprachreise sehr beliebt - hier reizt auch meist sehr der Aspekt des Reisens in den Staaten. Wegen der Entfernung ist eine Sprachreise in die USA natürlich auch finanziell nicht günstig. Allein die Flugreise kann hier sehr teuer sein. Die Lebenshaltungskosten in den einzelnen Staaten können sehr stark variieren: Wer sparen möchte, sollte sich vorab entsprechend informieren. Auch Kanada und Großbritannien sind für Sprachreisen geeignet, wenn man seine Englischkenntnisse optimieren möchte. Länder, in denen Spanisch und Französisch gesprochen wird, erfreuen sich ebenfalls einer ungebrochenen Beliebtheit.

Für Französisch muss es aber auch nicht unbedingt Frankreich sein: Auch Belgien beispielsweise bietet die Möglichkeit von Sprachreisen und gleichzeitig viele landeskundlich interessante Aspekte. Die chinesische Sprache wird aktuell auf dem Weltmarkt immer wichtiger. Sprachreisen nach China waren bis vor wenigen Jahren eher selten, befinden sich aber aktuell in großem Aufwind. Wer eine Sprachreise nach China plant, muss sich vorab darüber bewusst werden, dass er ein Land bereisen wird, was sich von Europa in vielen Hinsichten völlig unterscheidet. Hier wird ein besonders hohes Maß an Toleranz und Interesse an einer eher schwierig zu erlernenden Fremdsprache vorausgesetzt.

Lesenswertes: Verteilung der Sprachreisen nach Fremdsprachen

Qualität der Sprachschule ist entscheidend:

Gleich, wohin die Sprachreise geht: Die Qualität der Sprachschule ist wichtig für den Erfolg des Aufenthaltes. Es empfiehlt sich unbedingt, verschiedene Sprachschulen vorab miteinander zu vergleichen, und zwar nicht nur in finanzieller Hinsicht. Idealerweise unterrichten nur Muttersprachler an einer Sprachschule. Zudem sollten die Mitarbeiter Erfahrungen in der Erwachsenenbildung haben. Die Art des Sprachlehrers, seinen Unterricht zu gestalten, kann sich maßgeblich auf die Motivation der Teilnehmer auswirken.

Didaktisch aufbereitete Materialien und viele landeskundliche Aspekte erleichtern das Lernen. Viele Sprachschulen bieten neben dem reinen Sprachunterricht auch ein außerschulisches Programm an, beispielsweise Fahrten in die Umgebung, Stadtführungen, gemeinsame Unternehmungen am Abend. Ein solches außerschulisches Programm macht es einfacher, die anderen Teilnehmer kennenzulernen und bei möglichst vielen Situationen mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Abgeklärt werden sollte aber vorher, ob die Kosten für entsprechende Veranstaltungen schon im Preis inbegriffen sind oder gesondert bezahlt werden müssen.

Verschiedene Möglichkeiten der Unterkunft:

Auch die Frage der Unterkunft wird von vielen Sprachschulen unterschiedlich geregelt. Universitäre Sprachkurse bedienen sich oftmals der Möglichkeit, die Teilnehmer der Sprachreise in studentischen Unterkünften unterzubringen. Dies ist in der Regel preisgünstig, muss aber nicht immer deutschen Standards entsprechen. Wem Komfort sehr wichtig ist, sollte sich vorab unbedingt informieren, wie genau die Unterkünfte aussehen und welche Alternativen es gibt. Meist besteht auch die Möglichkeit, die Unterkunft eigenständig zu organisieren und sich beispielsweise in einem Hotel oder einer Ferienwohnung einzumieten. Die Kosten sind deutlich höher. 

Gastfamilie als Option

Manchmal besteht bei einer Sprachreise auch die Möglichkeit, für die Dauer des Aufenthaltes bei einer Gastfamilie zu wohnen. Dies ist in der Regel eine finanziell recht günstige Option. Positiv ist hierbei auch, dass man jeden Tag von Einheimischen umgeben ist und in der Zielsprache kommunizieren muss. Der gelebte Alltag in einer Gastfamilie ermöglicht zudem tiefe Einblicke in kulturelle Gepflogenheiten des Ziellandes, die man so in einem Hotel mit touristischen Standards nicht gewinnen kann. Studenten, die in einer Gastfamilie leben möchten, müssen aber auch eine entsprechend hohe Anpassungsfähigkeit besitzen. In der Regel lernt man seine Gastfamilie erst vor Ort kennen und muss sich dann arrangieren können. Wechsel der Familie sind nicht immer einfach zu organisieren. Viele Sprachschulen arbeiten für ihre Sprachreiseangebote aber mit Gastfamilien zusammen, die entsprechend langjährige Erfahrungen mit ausländischen Studenten haben. 

Online-Bewertungen von Sprachschulen nutzen:

Im Zeitalter der Internetbewertungen müssen sich auch die meisten Sprachschulen Online-Bewertungen stellen. Im Netz finden sich zahlreiche Beurteilungen verschiedener Sprachschulen, die auf die Erfahrungen und Qualität mit deren Unterricht, Programm und Wohnangeboten eingehen. Studenten sollten auch dies als Quelle der Information nutzen, um eine fundierte Entscheidung für eine Sprachreise treffen zu können.

Checkliste vor Beginn einer Sprachreise:

- Welche konkreten beruflichen und privaten Ziele möchte ich durch eine Sprachreise erreichen?

- Gibt es Zielländer, die mir womöglich im Hinblick auf das spätere Berufsleben besonders nützlich sein könnten?

- Habe ich ausreichend Selbstdisziplin, um mich vor Ort intensiv mit der Zielsprache zu beschäftigen?

- Ist mir bewusst, dass Toleranz und Anpassungsfähigkeit während eines Auslandsaufenthaltes sehr wichtig sind?

- Sind die Kosten für mich tragbar und stehen diese in einem realistischen Verhältnis zum Nutzen der Sprachreise?

- Gäbe es womöglich günstigere Alternativen, um meine Ziele in Sachen Spracherwerb zu realisieren?

- Ist der von mir angedachte Zeitraum für die Sprachreise sinnvoll oder wird dadurch mein Studium über Gebühr verlängert?

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