Anfertigung einer Masterarbeit

Das Schreiben einer Masterarbeit verlangt nicht nur das Einhalten formaler Vorgaben, sondern auch eine präzise Planung (lesen Sie auch den Artikel Zeitplanung das A und O) und eine gute Selbstorganisation.

Eine Masterarbeit wird auch als Master-Thesis bezeichnet. Sie ist eine wissenschaftliche bzw. künstlerische Arbeit, die an einer Hochschule verfasst wird, um einen Masterstudiengang abzuschließen. In der Regel ist sie die Voraussetzung zur Zulassung zu den schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen.

Der Prüfling weist mit seiner Leistung nach, dass er selbstständig wissenschaftlich bzw. künstlerisch arbeiten kann. Das selbstständige Arbeiten beginnt nicht erst beim tatsächlichen Niederschreiben des Textes, sondern bereits bei der Wahl eines entsprechenden Themas. Eine Masterarbeit kann nur dann erfolgreich sein, wenn der gesamte Arbeitsprozess schrittweise geplant wird.

Schritt 1: Die Themenfindung

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Am Anfang einer jeden Masterarbeit steht die Wahl des Themas. Da zur Anfertigung einer Masterarbeit ein Betreuer zur Verfügung gestellt wird, ist das Thema mit diesem abzusprechen. Meist wird bei der Entscheidung genügend Freiraum für die persönlichen Vorlieben des Studenten gelassen. So kann man sich für ein Thema entscheiden, für welches man ein persönliches Interesse hat und wofür man ausreichend motiviert ist, um es über den vereinbarten Zeitraum zu beachten. Wer die Möglichkeit hat, sollte ein Thema wählen, welches die Chancen für einen Berufseinstieg erleichtert. Bei Betreuern sind vor allem Themen beliebt, zu denen es noch keinerlei Forschungen gibt. Man sollte sich für ein Thema entscheiden, das aktuell ist oder zu dem ein Gegenwartsbezug hergestellt werden kann. Außerdem sollte ausreichend Literatur vorhanden sein.

Am besten ist es, vor der Themenwahl Fachartikel, Zeitschriftenbeiträge und aktuelle Diskussionen zu lesen, um eine Vorstellung von dem zu bearbeitenden Thema zu bekommen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit einer Thematik stellen sich wie von selbst neue Fragen und es entwickeln sich neue Denkansätze. Jede Masterarbeit benötigt entweder eine eigene Forschungsfrage, die dann im folgenden Text beantwortet wird. Oder sie benötigt eine These, die im Arbeitsprozess überprüft, belegt oder widerlegt werden soll. Die wichtigste Methode zur Themenfindung ist die Konkretisierung. Man sollte immer versuchen, vom Allgemeinen ins Spezielle überzugehen. Das heißt, dass das Thema so genau wie möglich zugespitzt werden muss. Zum Beispiel wäre es nicht ausreichend, im Fachbereich Geschichte den Ersten Weltkrieg als Thema einzureichen. Viel sinnvoller ist eine Problematisierung dieser Thematik. So könnte man zum Beispiel als Frage konkretisieren: Welchen Einfluss hatte die Industrialisierung auf das Kriegsgeschehen zwischen 1914 und 1918?

Es muss geklärt werden, wie die Forschungsfrage bzw. die These untersucht werden soll. Soll in der Arbeit ein Phänomen beschrieben oder erklärt werden? Findet eine Prognose statt oder soll etwas gestaltet werden? Diese vier Inhaltsformeln (Deskription, Explikation, Prognose und Gestaltung) stehen nicht unabhängig voneinander, sondern immer in einem bestimmten Zusammenhang. Wichtig ist es, sich vor dem Schreiben zu überlegen, auf welchen Aspekt man den Schwerpunkt setzen möchte.

 

Schritt 2: Literaturrecherche

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Dieser Schritt hängt mit dem ersten unmittelbar zusammen. Die Recherche nach guter Literatur ist die Basis der Masterarbeit, denn durch sie sammelt man die Inhalte, die später zu einer fertigen Arbeit weiterentwickelt werden. Unter „guter“ Literatur sind sämtliche Bücher, Zeitschriftenartikel, Aufsätze, Vortragsreihen usw. zu verstehen, die wissenschaftlich verfasst und einen konkreten Bezug zum gewählten Thema haben. Die Qualität der Masterarbeit hängt sehr stark von der ausgewählten Literatur ab. Nicht geeignet sind unwissenschaftliche Lexikoneinträge, Sachbücher oder zweifelhafte Interneteinträge. Literatur für eine Masterarbeit findet man in Form von allgemeinen Lehrbüchern, speziellen Lehrbüchern, Fachzeitschriften, Dissertationen, Fachlexika und zitierfähigen Internetquellen. Bei der Wahl der Literatur ist auf Aktualität und Themenrelevanz zu achten. Man sollte sich nicht auf einige wenige Werke konzentrieren, sondern – zumindest zu Beginn – so weit wie möglich recherchieren.

Schritt 3: Die Gliederung

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Nachdem das Thema konkretisiert und die Literatur herausgesucht wurde, muss eine Gliederung erstellt werden. Die Gliederung ist die Struktur des Textes und des weiteren Arbeitsprozesses. An ihrer Schlüssigkeit erkennt man, ob der Autor sein Thema verstanden hat, weil es sich bei der Gliederung um einen entscheidungslogischen Aufbau handelt. Warum wird etwas wie angeordnet? Bei der Gliederung müssen selbstverständlich die formellen Richtlinien eingehalten werden. So muss man sich zu Beginn auf eine Ordnungsmethode festlegen und diese konsequent bis zum Schluss beibehalten. Einem Unterpunkt muss zum Beispiel immer mindestens ein weiterer, auf derselben hierarchischen Ebene folgen. Wer also 1.1.1 gliedert, muss auch einen Gliederungspunkt 1.1.2 setzen. Jeder Gliederungspunkt sollte den Inhalt des Kapitels zusammenfassen. Die Überschriften müssen leicht und sehr präzise sein, damit auch Laien sofort wissen, worum es geht. Wer nicht in der Lage ist, Überschriften zu konkretisieren, hat in der Regel auch nicht verstanden, was er überhaupt schreiben will. Eine Gliederung muss nachvollziehbar sein – und zwar für alle Leser.

Schema für eine Gliederung:
1. Überschrift erster Ordnung
2. Überschrift erster Ordnung
2.1 Überschrift zweiter Ordnung
2.2 Überschrift zweiter Ordnung
3. Überschrift erster Ordnung
3.1 Überschrift zweiter Ordnung
3.2 Überschrift zweiter Ordnung
3.3 Überschrift zweiter Ordnung
4. Überschrift erster Ordnung

Für eine Gliederung werden die Inhalte der Arbeit erst getrennt, um sie dann neu zusammenzusetzen. Dadurch erhält der Text seine Einmaligkeit. Das Vorgehen des Autors wird in der Gliederung sichtbar. Er baut eine Gedankenkette, die durch logische Übergänge ein sinnvolles Gesamtkonstrukt ergibt.

Schritt 4: Das Schreiben

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Sobald die Gliederung von dem Betreuer als ausreichend und gut anerkannt wurde, kann das Schreiben beginnen. Am Anfang steht die Einleitung. Oftmals wird darauf hingewiesen, dass diese erst nach Abschluss der Arbeit verfasst werden sollte, weil man dann genau weiß, was die Arbeit genau beinhaltet. Dennoch macht es Sinn auch schon zu Beginn eine Einleitung zu verfassen, in der auf das Thema hingeleitet wird und das eigene Vorgehen erläutert wird. Dadurch erhält man eine knappe Zusammenfassung des gesamten Projekts, die jederzeit abgeändert werden kann.

Der wissenschaftliche Schreibstil kennzeichnet sich durch Sachlichkeit aus. Das heißt aber nicht, dass der Text langweilig geschrieben werden muss. Im Gegenteil: Es gibt nichts Schlimmeres, als einen unverständlich geschriebenen Text, der den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Wer logisch und verständlich schreiben kann, der kann auch eine hohe stilistische Qualität liefern. Fachausdrücke sind unbedingt – sofern es möglich ist – zu meiden, weil sie nicht nur für viele Leser unverständlich sind, sondern auch den Anschein von Fachidiotie oder gar Pseudo-Wissenschaftlichkeit erwecken. Wenn Fachbegriffe verwendet werden, dann sollten diese auch erklärt werden, damit jeder Leser weiß, was die Begriffe bedeuten. Je knapper und präziser die Sätze formuliert sind, desto glaubwürdige ist der Inhalt, weil er leichter nachvollziehbar ist. 

Um einen wissenschaftlichen Text lebendig zu schreiben, sollte man vermehrt Verben verwenden. Sie sind Tätigkeitswörter und beschreiben immer eine Aktion, und Aktionen sind etwas Lebendiges. Verben sollten stets im Aktiv formuliert werden. Imme wieder wird das Passiv verwendet, um eine Satzkonstruktion eindrucksvoller wirken zu lassen. Aber bei der Passiv-Konstruktion wird eine entscheidende Information für die Leser zurückgehalten, nämlich die Antwort auf die Frage nach dem Täter der Handlung. Das Passiv erlaubt keine Rückschlüsse auf das Subjekt. Beispielsweise wird bei dem Satz „Die Kriterien wurden herausgearbeitet.“ nichts darüber ausgesagt, von wem die Kriterien erarbeitet worden. Diese Information kann aber unter Umständen sehr wichtig sein.Der Autor sollte die Grammatik und Rechtschreibung einwandfrei beherrschen. Wenn Unsicherheiten ausgemacht werden, kann man in entsprechender Ratgeberliteratur nach Hilfe suchen. 

Bei einer Masterarbeit muss, wie bei jeder anderen wissenschaftlichen Arbeit auch, zitiert werden. Zitate werden entweder direkt oder indirekt angegeben. Die Regeln für das korrekte Zitieren sind nicht einheitlich. Jede Universität hat ihre Vorgaben, an die man sich zu halten hat. Direkte Zitate werden mit Anführungszeichen, kursiver Schrift und mit einer Leerzeile kenntlich gemacht. Indirekte Zitate verwendet man beim Paraphrasieren. Das heißt, wenn Gedanken von fremden Autoren übernommen, aber in eigenen Worten wiedergegeben werden. In Deutschland wird hierfür zumeist das Harvard-System bzw. die Harvard-Zitierweise verwendet. Sie unterscheidet sich dadurch von der sogenannten deutschen Zitierweise, dass die Belege für Zitate nicht in Fußnoten angegeben werden, sondern direkt hinter dem jeweiligen Textabschnitt. Nach dem das Zitat beendet ist, folgt in Klammern die Angabe des Urhebers, und zwar in der Reihenfolge Autorenname, Erscheinungsjahr und Seitenzahl. Die komplette Literaturangabe wird in einem Literaturverzeichnis festgehalten, das sich am Ende der Arbeit befindet. Die Zitierweise ist mit dem Betreuer abzusprechen, um unnötige Verwirrungen zu vermeiden.

Schritt 5: Die Arbeit beenden

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Am Ende der Arbeit wird ein Literaturverzeichnis angefertigt und je nach Bedarf ein Anhang erstellt. Dieser Schritt kann und sollte auch während des Schreibens erledigt werden, damit Literaturangaben nicht vergessen werden. Wer mit dem Literaturverzeichnis erst am Ende der Arbeit beginnt, der muss die verwendete Literatur mühsam zusammenstellen. Wer dagegen während des Schreibens jedes neu verwendete Werk in ein Literaturverzeichnis einfügt, der erweitert dieses kontinuierlich während des Arbeitsprozesses. Am Ende muss dann lediglich kontrolliert werden, ob alle Angaben vollständig und den Vorgaben des Betreuers entsprechen.

Nachdem die Arbeit fertig geschrieben wurde, sollte man sie für einige Tage ruhen lassen, um sie dann anschließend Korrektur zu lesen. Bei den Korrekturarbeiten sollte man auf die Hilfe von anderen Personen zurückgreifen. Mindestens ein Fachfremder sollte die Arbeit lesen und sämtliche Unklarheiten kenntlich machen. Ein weiterer Kontrolleur sollte dem Thema und dem Fach nahestehen und die Arbeit auf fachliche Ungereimtheiten untersuchen. Es besteht auch die Möglichkeit, ein professionelles Lektorat in Auftrag zu geben.

Schritt 6: Die Arbeit drucken:

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Es empfiehlt sich, den Druck und die Bindung der Masterarbeit in die Hände von erfahrenen Profis / Druckern zu legen, denn natürlich liest jeder Korrektor lieber eine auch nach außen hin professionell wirkende Arbeit als ein laienhaft zusammengestecktes Konglomerat an losen Blättern.

Mittlerweile muss man hierfür nicht einmal mehr bis zum Copyshop gehen, denn das Ganze lässt sich auch bequem, schnell und vor allem kostengünstig von zu Hause (online) aus erledigen.

Unser Tipp vor dem Druck: Seiten mit Grafiken und Bildern zwingend vor dem Druck nochmal auf eine gedruckte Auflösung prüfen.

Hinweise:

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Es gibt eine Vielzahl an Ratgeberliteratur zum Thema des wissenschaftlichen Schreibens und Arbeitens. Diese Bücher vermitteln entweder fachspezifisch oder allgemein einen Überblick über die Kriterien einer guten Abschlussarbeit. Für den Erfolg sind die Absprachen zwischen dem Autor und dem Betreuer maßgeblich. Nach Möglichkeit sollte man sich regelmäßig mit dem Betreuer treffen, um die einzelne Abschnitte der Arbeit und den individuellen Arbeitsstand besprechen zu können. 

Die oben angeführten Schritte sind als eine grundlegende Orientierung zu verstehen, um die wesentliche Punkte einer Masterarbeit herauszustellen. Es ist niemals möglich, eine Arbeit genau nach „Schema F“ zu bearbeiten. In der Regel ist es so, dass die Einzelschritte immer in einer Wechselwirkung zueinander stehen und entsprechend parallel erledigt werden müssen. Das beste Beispiel dafür ist die Literaturrecherche und das Finden eines passenden Themas.

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